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Sr. M. Stefanie

Sr. M. Stefanie (Maria) Seidl CSJ

Verstorben am 10. Dezember 2025

Sr. M. Stefanie wurde am 07. Juni 1932 als erstes Kind der Eheleute Johann und Maria Seidl in Tegernbach, Landkreis Fürstenfeldbruck, geboren und einen Tag später, wie ihre Mutter, auf den Namen Maria getauft. Das Mädchen wuchs zusammen mit ihren drei jüngeren Geschwistern, zwei Brüder und einer Schwester, auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Familie auf und half schon bald in Haushalt und Landwirtschaft mit. Der Alltag der Familie war vom Glauben geprägt, so dass Maria das religiöse Leben von Kind auf vertraut war.

Im September 1938 begann für Maria die achtjährige Schulzeit in der Volksschule in Baindlkirch. Nach dem Volksschulabschluss arbeitete sie vier Jahre als Dienstmädchen in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Längenmoos und besuchte in dieser Zeit die zweijährige landwirtschaftliche Berufsschule in Günzlhofen. Der Ortspfarrer der Pfarreiengemeinschaft Baindlkirch erzählte von den Ursberger Schwestern und ihrem Auftrag in der Hilfe für Menschen mit Behinderung. Die junge Frau, die schon längere Zeit den Wunsch in sich trug, ein geistliches Leben zu führen, fühlte sich von diesem Dienst angesprochen und bat am 03. März 1952 um Aufnahme in die Ursberger Schwesterngemeinschaft. Am Franziskustag 1953 wurde sie in das Noviziat aufgenommen und erhielt ihren Schwesternnamen Sr. M. Stefanie. Am 04. Oktober 1955 legte sie die zeitliche Profess ab und drei Jahre später versprach sie, am Festtag des Hl. Franziskus, Christus auf Lebenszeit nachzufolgen.

Auf Grund ihrer Fähigkeiten und ihrer Kenntnisse in der Landwirtschaft wurde Sr. Stefanie nach dem Eintritt in die St. Josefskongregation zunächst in den Ursberger Stallungen eingesetzt. 1957 wechselte sie in den Konvent nach Fendsbach und war dort sieben Jahre in der Landwirtschaft tätig. Von 1964 an unterstützte sie sieben Jahre die Schwestern im Krumbad bei der Arbeit im Kuhstall. 1971 übernahm Sr. Stefanie die Verantwortung im Kuhstall in Pfaffenhausen und versorgte mit großer Liebe und Fürsorge das ihr anvertraute Vieh bis zur Auflösung der Stallungen. Trotz des frühen Arbeitsbeginns sah man die Schwester immer frohen Mutes mit Ruhe und Gelassenheit tatkräftig und verantwortungsbewusst ihren Dienst tun. Da Sr. Stefanie eine große Liebe zur Natur auszeichnete, wurde ihr nach Auflösung der Landwirtschaft die Grabpflege und der Blumen- und Gemüsegarten der Schwesterngemeinschaft anvertraut. Sie versorgte die Hauskapelle und Marien-grotte mit selbstgezogenen Blumen und belieferte die damalige Küche des Blindenheims mit ihrem Gemüse. Mit viel Liebe und Sorgfalt brachte sie Blumen und Gemüse zum Blühen und Wachsen. Sie konnte sich am Kleinen erfreuen und sah somit das Große im Kleinen. Unermüdlich sorgte sich die in Pfaffenhausen bekannte „Friedhofsschwester“ um die Grabstätten der dort beigesetzten Betreuten und Schwestern im gemeindlichen Friedhof. Mit ihrer wohlwollenden, ruhigen und liebenswürdigen Art war sie in der Marktgemeinde sehr geschätzt und berührte das Herz der Menschen. Ihr echtes Interesse am Nächsten war spürbar. Dies kam auch im Zeitungsartikel zum Ausdruck, der im Jahr 2020 auf Grund ihres Umzugs nach Ursberg veröffentlicht wurde. Er trug den Titel „Klosterfrau der Herzen“. Auch das Storchennest auf dem Dach des Blindenheims hatte einen besonderen Platz im Herzen der Schwester.

Nach getaner Arbeit sah man Sr. Stefanie beim Gebet in der Kapelle verweilen. Beim Gebet schöpfte sie neue Kraft für ihren Dienst und brachte die ihr anvertrauten Anliegen aus den Begegnungen mit den Menschen vor den Herrn. Auch verfolgte sie mit großem Interesse die täglichen Nachrichten aus der Zeitung. Damit trug sie zu guten und unterhaltsamen Gesprächen bei den Tischzeiten im Schwesternkonvent bei.

Im September 2020, nach fast 50 Jahren im Konvent Pfaffenhausen, führte sie ihr Weg auf Grund des Alters und gesundheitlicher Probleme zurück nach Ursberg ins Mutterhaus. Sie nutzte ihr Zeit zum Lesen und widmete sich vor allem dem Gebet und der Anbetung vor dem Allerheiligsten Altarsakrament. Es war ihr wichtig, auch wenn es ihr auf Grund gesundheitlicher Probleme immer schwerer fiel, an der täglichen Hl. Messe und an den Gebetszeiten teilzunehmen. Ohne Klagen, mit viel Geduld und Hingabe nahm sie die Zeit der Krankheit auf sich und bereitete sich auf die Begegnung mit Gott vor. Ihr gefestigter Glaube und ihre Beziehung zu Christus verhalfen ihr zu einer erstaunlichen Gelassenheit und innerlicher Ruhe. So durfte Sr. Stefanie am Mittwoch, den 10. Dezember 2025, im Beisein ihrer Mitschwestern ruhig und vorbereitet zu unserem Herrn in die ersehnte Ewigkeit heimgehen.