Herzlich Willkommen bei der St. Josefskongregation in Ursberg

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Geschichte
St. Josefskongregation

Die Geschichte der St. Josefskongregation ist bis zum Jahr 1996
eng mit der Geschichte des Dominikus-Ringeisen-Werkes verbunden.

Menschen mit Behinderung im 19. Jahrhundert

 

Dominikus Ringeisen gibt Menschen mit Behinderung ein Zuhause. Er kaufte 1884 die ehemalige Prämonstratenser-Abtei Ursberg und errichtete eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Am 2. Februar 1897 konnte er die kirchliche und staatliche Genehmigung zur Gründung der St. Josefskongregation, als Kongregation bischöflichen Rechts verkünden.

  • Behinderung galt damals als Strafe Gottes
  • Sie waren Geächtete der Gesellschaft
  • Sie führten teilweise ein Leben unter menschenunwürdigen Bedingungen
  • Aber: es entstand ein neuer Ansatz im Umgang mit Menschen mit Behinderung

Die ersten Schwestern in neuem Kleid

Die ersten „Schwestern” und freiwilligen Helferinnen, die der Stifter Ringeisen in einer privaten Einkleidung 1886 offiziell als Mitarbeiterinnen aufnahm und den Namen Schwester führten.

Die erste Generaloberin der St. Josefskongregation Sr. M. Angelina Martin CSJ.

Bei der ersten feierlichen Einkleidung am 19. März 1897 waren es 115 Frauen, die sich an das Leben in der Schwesterngemeinschaft banden.
Das Bild unten zeigt die Einkleidung und Profess im Jahre 1935.

Zeit des Wachstums

Nach dem Tod von Dominikus Ringeisen 1904 führte die St. Josefskongregation die Behinderteneinrichtung in voller Verantwortung und als alleiniger Träger bis 1996 weiter.

Die St. Josefskongregation stellte sich in diesen Jahren den Herausforderungen und Nöten der Zeit. Sie hielt die Organisation auf aktuellem Stand und übernahm neue Aufgaben.

Die St. Josefskongregation wurde 1906 Glied der Ordensfamilie des hl. Franziskus.

Zeit des Schreckens

Die Erinnerung an die dunkle Vergangenheit lastet schwer auf dem Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg.

Die Einrichtung gehört zu den ältesten Heimen für Menschen mit Behinderung in Bayern. Bis zur NS-Zeit fanden sie hier ohne Einschränkungen durch den Staat Fürsorge und Schutz. 1939 als 1.000 Meldebögen die Einrichtung erreichen, sollte das Leben schwieriger werden.

Die betreuenden Schwestern der Josefskongregation Ursberg ahnen, was das zu bedeuten hat, da ihre Schutzbefohlenen von den Nazis als nicht lebenswert eingestuft werden.

Es ist belegt, dass die damalige Generaloberin Sr. M. Desideria Braun und die Ärztin Dr. Ilsabe Gestering nur auf Druck aus Berlin Meldebögen teilweise ausgefüllt und abgesandt haben.

Trotzdem kommen bereist im November 1940 die ersten „grauen Busse”, um Bewohner aus Ursberg abzuholen.

Zeit des Neuaufbruchs nach dem 2. Weltkrieg

Nach der Nazi-Zeit kehrte nach und nach auch in Ursberg wieder Normalität ein.

Die Nachfrage nach Beschulung stieg stetig. Schulräume waren in St. Josef untergebracht.

Das Prinzip der weitestgehenden Selbstversorgung – in den Kriegsjahren überlebenswichtig – wurde weiter gepflegt, die eigene Landwirtschaft galt als grundlegend. (Bild: Hopfenernte in Ursberg)

Zeit der Professionalisierung

Ab 1950 Ausbildung der Schwestern in den Handwerksberufen und der Hauswirtschaft mit Meisterbrief.
Ab 1970 Fortschreitung der Organisation und Übernahme neuer Dieste:
Frühförderung, Tagesstätten, Förderstätten, Kurzzeitpflege, Berufsbildung, Mitarbeiterbildung.
1978 Einrichtung der Krankengymnastik und Frühförderung.
Ab 1969-69 Ausbildung als Heilpädagoginnen in München.
Ab 1968 Gründung der Fachschule für Heilerziehungspflege in Ursberg.
Ab 1970 weitere Professionalisierung der Schwestern und Mitarbeiter.
Ab 1990 Gründung der Altenpflegeschule.

Zeit der Sanierung

Ab 1969/70 Planug und Beginn der großen Generalsanierung zunächst in Ursberg mit Unterstützung öffentlicher Förderung: Neue Wohnheime, Werkstätten und Versorgungsbetriebe entstanden.
Seit 1990 Ausbau neuer Wohnformen und weitere Differenzierung der Betreuungs- und Förderungsangebote.
1996 Rechtliche Verselbständigung des Dominikus-Ringeisen-Werkes als kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts.
Seit 2005 verstärkte Dezentralisierung und Regionalisierung der Angebote und inhaltliche Differenzierung.

1972 -1975 entstanden neue Gebäude für die Sonderschulen. Erweiterung der Berufsschule in einem neuen Gebäude, das 1996 bezogen wurde.

Schon 1988 zogen die ersten Kinder und Jugendlichen in St. Martin ein. Besonderheit war die räumliche Kombination von Wohnen und Schule – neu war sie nicht: dies gab es bereits Jahrzehnte zuvor in Ursberg.

1996 verselbständigte die St. Josefskongregation das Dominikus-Ringeisen-Werk als kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechtes.

Ihre Organe sind der Stiftungsvorstand und der Stiftungsrat.

Die St. Josefskongregation bleibt mit dem Dominikus-Ringeisen-Werk in engem Kontakt – ideell, geistig und soweit möglich auch personell. Sie trägt in dessen Gremien die Ziele und Entwicklungen der Stiftung mit.

Mutter M. Evangelista mit Herrn Direktor Wagner nach Unterzeichung des Stiftungsaktes (rechts Pälat Dr. Eugen Kleindienst)

Die von Dominikus Ringeisen 1889 gegründete Lehrerinnen-Bildungsanstalt, wird heute als Wirtschafts-, Sozial- und Naturwissenschaftliches Sprachliches Gymnasium geführt, dessen Trägerin die St. Josefskongregation ist.

Die Schwestern der St. Josefskongregation sind heute in vielen verschiedenen Bereichen und Aufgabenfeldern tätig.

Interessante Fakten und Zahlen:

Die St. Josefskongregation wurde 1897 von Dominikus Ringeisen gegegründet.

Die St. Josefskongregation wurde am 31. Januar 1897 vom Königreich Bayern als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt.

Die Schwestern der St. Josefskongregation leben nach der Ordensregel des heiligen Franziskus.

Sie stellen sich in den Dienst hilfsbedürftiger Brüder und Schwestern, denen sie in ihren leiblichen und seelischen Nöten beistehen wollen.

Mit 1067 Schwestern erreichte die St. Josefskongregation 1938 ihre höchst Zahl an Schwestern.

Heute leben noch 72 Schwestern in der Gemeinschaft.

Neben zwei Schwesternkonventen in Ursberg leben die Schwestern heute an drei weiteren Orten: in Pfaffenhausen, im Krumbad und in Breitbrunn am Ammersee.

11 Generaloberinnen standen seit der Gründung 1897 der St. Josefskongregation vor.

Zwei Generaloberinnen wurden in Ursberg mit einer eigenen Straße bedacht: Sr. M. Angelina Martin und Sr. M. Agia Strell.

Sr. M. Angelina Martin war die erste Generaloberin und wirkte von 1897 bis 1933.

Seit 2017 ist Sr. M. Katharina Wildenauer Generaloberin der St. Josefskongregation.

1. Generaloberin
Sr. M. Angelina Martin

Generaloberin
Sr. M. Katharina Wildenauer