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Sr. M. Ellensint Kremer verstorben

2026 | Aktuelles

Am Freitag, den 10. April 2026,
ist um 15.20 Uhr unsere Mitschwester

Sr. M. Ellensint (Margareta) Kremer CSJ

im 72. Profess- und 98. Lebensjahr im Mutterhaus in Ursberg
zu unserem Herrn heimgegangen.

Die Schwestern des Mutterhauskonvents beten für sie:

Samstag, 11. April 2026  –  18.30 Uhr  –  Rosenkranz
Sonntag, 12. April 2026  –  ca. 17.30 Uhr  –  Vesper
Sonntag, 13. April 2026  –   17.30 Uhr  –  Rosenkranz

Aussegnung:

Samstag, 11. April 2026 nach der Hl. Messe

Überführung:

Samstag, 12. Dezember 2026 um 14.30 Uhr

Begräbnisfeier:

Mittwoch, 15. April 2026 um 10.00 Uhr in der Mutterhauskapelle,
anschließend Beisetzung auf dem Klosterfriedhof.

 

Herr, gib ihr die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihr.
Herr, lass sie ruhen in Frieden. Amen.

 

Lebenslauf

Sr. M. Ellensint wurde am 25. Februar 1928 als sechstes Kind der Eheleute Ignatz und Maria Kremer in Sanislau, Landkreis Sathmar in Rumänien geboren und einen Tag später auf den Namen Margareta getauft. Das Mädchen wuchs mit ihren vier Brüdern und fünf Schwestern, von denen zwei bereits im Säuglingsalter verstarben, auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Familie auf.

Im April 1935 begann für Margareta die Schulzeit in der Volksschule in Sanislau. Nach Abschluss der 5. Klasse wechselte das Mädchen in das vierjährige Gymnasium in Groß-Karol. Sie besuchte dort das Internat, da die Schule 15 km von ihrem Heimatort entfernt war. In dem vom Kommunismus geprägten Land war es nicht einfach den Glauben zu leben. Schon als 13-jähriges Mädchen bekannte sich Margareta zum christlichen Glauben. Sie widersprach ihrer Internatsleiterin, die behauptete, dass es keinen Himmel gäbe und sie deshalb nicht in die Kirche zu gehen brauche. Vom Bibelvers „Fürchte dich nicht“ aus dem Buch Jesaja ermutigt, beharrte das Mädchen auf ihren sonntäglichen Gottesdienstbesuch. In dieser Zeit vertiefte sich der Glaube und ihre Beziehung zu Gott.

Nach Abschluss der Schule im Jahr 1944 bewarb sich Margareta erfolgreich am Lehrerinnenseminar in Sächsisch Regen – Siebenbürgen – und wurde dort zum Studium aufgenommen. Nachdem russische Soldaten Rumänien besetzten, wurde Margareta mit ihren Geschwistern über Ungarn und Österreich nach Deutschland übersiedelt. Auf Grund dessen musste sie ihr Lehramtsstudium abbrechen. In Deutschland angekommen, versuchte sie und ihre Geschwister an verschiedenen Orten Arbeit und eine neue Heimat zu finden. Dies war ohne die Eltern, die sie in der Heimat zurücklassen mussten und in den Wirren des 2. Weltkrieges, sehr schwer. Wegen der mangelnden Kenntnisse in der deutschen Sprache war es Margareta nicht möglich ihr Lehramtsstudium fortzusetzen. 1948 ergab sich die Möglichkeit das Kindergartenseminar der Stern-Schwestern in Göggingen zu besuchen. Sie entschied sich für diese Ausbildung und schloss diese 1950 erfolgreich ab. Geprägt von den Erlebnissen der Übersiedlung und dem Kriegsgeschehen erkannte die junge Frau wie vergänglich diese Welt ist und dass unser Ziel als Glaubende die ewige Heimat bei Gott ist. Diese tiefere Erkenntnis bewegte Margareta dazu, ein geistliches Leben in einer Ordensgemeinschaft führen zu wollen. Von diesem Wunsch bewegt, bat die junge Frau am 08. August um Aufnahme in der Ursberger Schwesterngemeinschaft. Am Josefstag 1952 wurde sie in das Noviziat aufgenommen und erhielt ihren Schwesternnamen Sr. M. Ellensint. Am 04. Oktober 1954 legte sie die zeitliche Profess ab und drei Jahre später versprach sie am Festtag des Hl. Franziskus Christus auf Lebenszeit nachzufolgen.

Nach dem Klostereintritt unterstütze Sr. Ellensint den Schulunterricht für Kinder mit Behinderung im Haus St. Josef und später im Blindenheim in Pfaffenhausen. Auf Grund ihrer Ausbildung als Kindergärtnerin übernahm Sr. Ellensint für sechs Jahre die Leitung des Gemeindekindergartens in Pfaffenhausen. Als Vorbereitung für ihre Tätigkeit im Ursberger Schulkindergarten absolvierte sie von 1965 bis 1966 die Ausbildung als Heilpädagogin in München. Im Anschluss betreute Sr. Ellensint für sieben Jahre Kinder mit Mehrfachbehinderungen im Haus St. Josef. In der Zeit von 1973 bis 1995 war der Schwester die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung im Werksaal St. Vinzenz und in der Werkstatt im Haus St. Josef anvertraut.

Im Alter von 67 Jahren übernahm Sr. Ellensint die Verantwortung für das Klostermuseum der St. Josefskongregation. 17 Jahre lang führte die Schwester mit großer Freude die Besucher durch das Museum und vermittelte den Auftrag unserer Schwesterngemeinschaft. Gerne informierte sie über die Geschichte und Gegenwart des Klosterortes Ursberg. Ein Sturz, von dem sich die mittlerweile 84-jährige Schwester nicht mehr erholte, führte zur Beendigung ihrer Tätigkeit. Zunächst wurde sie im Haus St. Salvator betreut. Nun konnte sich Sr. Ellensint intensiver dem Gebet widmen. Immer war sie interessiert am täglichen Geschehen, sie las gerne die Zeitung und geistliche Lektüre. Als die Pflegebedürftigkeit zunahm wechselte Sr. Ellensint im Oktober 2020 auf die Pflegestation des Mutterhauses. Ihr gefestigter Glaube und ihre Beziehung zu Christus verhalfen ihr die Zeit der zunehmenden Gebrechlichkeit und Hilfsbedürftigkeit mit innerer Ruhe und Gelassenheit hinzunehmen. Ohne Klagen und mit Geduld nahm sie die Zeit der Krankheit auf sich. Ein paar Tage vor ihrem Heimgang war auf Grund eines Bruchs eine Operation notwendig. Einen Tag nach ihrer Krankenhausentlassung ging Sr. Ellensint unerwartet am Mittwoch, den 10. April 2026, zu unserem Herrn in die ewige Herrlichkeit heim.

 

St. Josefskongregation
Sr. M. Katharina Wildenauer
Generaloberin

Dominikus-Ringeisen-Werk
Martin Riß
Vorstandvorsitzender

Einrichtungsleitungen, Mitarbeitervertretung
Mitarbeiter, Bewohner und Beschäftigte