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Sr. M. Constantine

Sr. M. Constantine (Berta) Libal CSJ

Verstorben am 07. Juni 2026

Sr. M. Constantine wurde am 28. März 1940 als viertes Kind der Eheleute Alois und Maria Libal in Pschislop, Kreis Prachatitz im Böhmerwald geboren und einen Tag später auf den Namen Berta getauft. Das Mädchen wuchs mit ihren Geschwistern auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Familie auf. Der Alltag war vom Glauben geprägt, so dass Berta das religiöse Leben von Kind auf vertraut war. Als sie gerade sechs Jahre alt war musste sie gemeinsam mit ihren Großeltern, Eltern und Geschwistern auf Grund der Nachwehen des Zweiten Weltkrieges im Juni 1946 innerhalb von 24 Stunden ihre Heimat verlassen. Die Familie wurde über das Lager Prachatitz nach Augsburg und von dort aus nach Neuburg a. d. Donau übersiedelt. Von Neuburg a. d. Donau wurden sie auf ein landwirtschaftliches Anwesen in Münster a. Lech gebracht, welches ihnen zur zweiten Heimat wurde. Die Verwurzelung im Glauben verhalf Berta diese schwierige Zeit zu überwinden und gab ihr Kraft hoffnungsvoll in die Zukunft zu gehen.

Im September 1946 begann für Berta die achtjährige Schulzeit in der Volksschule in Münster. Nach dem Volksschulabschluss besuchte sie die dreijährige hauswirtschaftliche Berufsschule in Wertingen, die sie 1957 erfolgreich abschloss. Während ihrer Ausbildungszeit lebte und arbeitete Berta in der Klosterfiliale Holzen, welche zur Schwesterngemeinschaft der St. Josefskongregation Ursberg gehörte. Zusammen mit den Schwestern half sie im Haushalt und war in der Küche tätig. Neben den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten lernte sie den Lebens-, Wirkungs- und Aufgabenbereich der Ordensschwestern kennen. In der jungen Frau wuchs der Wunsch, ihr Leben als Ordensfrau in die engere Nachfolge Jesu im Dienst an den Menschen mit Behinderung zu stellen. Von diesem Wunsch bewegt, bat die junge Frau am 15. September 1960 um Aufnahme in die Ursberger Schwesterngemeinschaft. Am Josefstag 1964 wurde sie in das Noviziat aufgenommen und erhielt ihren Schwesternnamen Sr. M. Constantine. Am 19. März 1964 legte sie die zeitliche Profess ab und drei Jahre später versprach sie Christus auf Lebenszeit nachzufolgen.

Nach dem Klostereintritt arbeitete Sr. Constantine entsprechend ihrer Fähigkeiten zunächst in der Küche des Mutterhauses. Ab 1965 war für 25 Jahre die Küche im Haus St. Josef ihr Wirkungsbereich. Nach der Weiterbildung zur Hauswirtschaftsmeisterin, die sie im Oktober 1973 sehr gut abschloss, wurde ihr die Verant-wortung als Leitung für diesen Bereich übertragen. Sie sorgte in ihrer großzügigen und wohlwollenden Art für das leibliche Wohl der dort lebenden Menschen mit Behinderung und für den Schwesternkonvent. In der Küche halfen auch Bewohnerinnen des Hauses mit, zu denen sie mütterlichen Kontakt pflegte, der sie zeitlebens mit ihnen verband. In ihrer freundlichen und den Menschen zugewandte und herzliche Art trug sie zu einer familiären Atmosphäre im Haus bei. Zur Freude der anderen verzierte sie zu unterschiedlichen festlichen Anlässen, vor allem Jubiläumsfeiern der Schwestern, mit Leidenschaft und Geschick selbstgebackene Torten und Kuchen.

1990 wechselte Sr. Constantine in das heutige Ursberger Versorgungszentrum und übernahm dort die Leitung für diesen zentralen Bereich. Sie war nun für die Essensversorgung aller in Ursberg lebenden Menschen mit Behinderung und der Schwestern verantwortlich. Mit Tatkraft und hoher Einsatzbereitschaft, in sehr guter Zusammenarbeit mit einem Team aus Mitarbeitenden, Bewohner und Bewohnerinnen meisterte sie diese verantwortungsvolle Aufgabe. Auch gehörte die Ausbildung der Küchenlehrlinge in dieser Zeit zu ihrem Aufgabenbereich. Im Mai 2007, im Alter von 67 Jahren, kehrte Sr. Constantine ins Mutterhaus zurück und übernahm für sieben Jahre die Leitung der dortigen Verteilerküche.

Auf Grund des Alters und beginnender gesundheitlicher Probleme beendete Sr. Constantine im Oktober 2014 ihre Arbeit in der Mutterhausküche. Weiterhin unterstütze sie bei hauswirtschaftlichen Aufgaben im Refektor des Schwesternkonvents in St. Josef. Nun hatte sie mehr Zeit sich dem Gebet, und der Lektüre zu widmen. Sie schätzte den Kontakt und Austausch mit den Mitmenschen und nahm deren Anliegen in ihr Gebet auf. Im Dezember 2024 wechselte Sr. Constantine in die Pflegestation des Mutterhauses. Plötzlich und unerwartet zog sich die Schwester bei einem Sturz Ende Mai schwerwiegende Verletzungen zu, von denen sie sich nicht mehr erholte. Am Sonntag den 07. Juni 2026 ging Sr. Constantine im Beisein von Mitschwestern im Krankenhaus Günzburg ruhig und vorbereitet in die ewige Heimat heim.