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Sr. M. Timothea Weigl CSJ verstorben

2026 | Aktuelles

Am Sonntag, den 26. Juli 2026,
ist um 02.10 Uhr unsere Mitschwester

Sr. M. Timothea (Maria Anna) Weigl CSJ

im 68. Profess- und 101. Lebensjahr in Ursberg in St. Salvator
zu unserem Herrn heimgegangen.

Die Schwestern des Mutterhauskonvents beten für sie:

Sonntag, 26. Juli 2026  –  17.30 Uhr  –  Vesper
Montag, 27. Juli 2026  –  ca. 18.45 Uhr  –  Rosenkranz
Dienstag, 28. Juli 2026  –  ca. 18.45 Uhr  –  Rosenkranz

Aussegnung:

Überführung:

Sonntag, 17. August 2026, 18.30 Uhr

Begräbnisfeier:

Montag, 26. Juli 2026 um 10.00 Uhr in der Mutterhauskapelle,
anschließend Beisetzung auf dem Klosterfriedhof.

 

Herr, gib ihr die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihr.
Herr, lass sie ruhen in Frieden. Amen.

 

Lebenslauf

Sr. M. Timothea wurde am 29. April 1926 als viertes Kind der Eheleute Georg und Berta Weigl in Hals, Landkreis Tachau, im Böhmerwald geboren und einen Tag später auf den Namen Maria Anna getauft. Das Mädchen wuchs mit ihren drei älteren Brüdern in einer Kaufmannsfamilie auf, die ein eigenes Gemischtwaren-geschäft mit Kohlenhandel führte. Die Familie war von christlichen Werten geprägt und das Leben vollzog sich aus dem Glauben heraus.

Im September 1932 begann für Maria Anna die achtjährige Schulzeit in der Volksschule in ihrem Heimatort. Nach dem Volksschulabschluss besuchte das Mädchen die dreijährige hauswirtschaftliche Berufsschule in Tachau und erwarb sich die notwendigen Kenntnisse, um einen Haushalt führen zu können. Aus ihren Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass es ihre Lebensaufgabe gewesen wäre, den Haushalt ihres Bruders zu führen, der Priester war. Er kam jedoch nicht mehr aus dem Krieg zurück und wurde als vermisst gemeldet. Auf Grund dessen war Maria Anna nach der Schulentlassung im Familienbetrieb des Vaters tätig. Während dieser Zeit wurde sie, auf Grund des Krieges, für neun Monate zur Arbeit in einer Munitionsfabrik verpflichtet. Dies hat sie nicht davon abgehalten jeden Sonntag unerlaubterweise den Gottesdienst zu besuchen. Heimlich verließ sie die Unterbringung über das Badezimmerfenster und machte sich bei jeder Witterung auf den Weg zu der 4 km entfernten Kirche. Schon mit 19 Jahren stand die junge Frau mit einer anzustaunenden Entschlossenheit für ihren Glauben ein.

1946 erlebte Maria Anna zusammen mit ihrer Familie einen großen Einschnitt und eine grundlegende Veränderung ihres Lebens. Die Familie wurde aus ihrer Heimat vertrieben. Nur das Notwendigste, was getragen werden konnte, durfte mitgenommen werden. Das Weggehen aus der Heimat war, wie für viele in dieser Zeit, schmerzhaft und mit vielen Schwierigkeiten verbunden, die die Nachwehen des 2. Weltkrieges mit sich brachten. Ihre neue Heimat fand die Familie in Ehingen im Landkreis Nördlingen. Von 1947 bis 1954 war Maria Anna als Haushaltshilfe in einem Haushalt mit vier Kindern in Nördlingen beschäftigt. Ihre vorrangige Aufgabe war die Betreuung der Kinder. In dieser Zeit reifte in der jungen Frau der Entschluss ein geistliches Leben führen zu wollen und in engerer Weise Christus nachzufolgen. Von diesem Wunsch bewegt, bat Maria Anna am 19. April 1955 um Aufnahme in die Ursberger Schwesterngemeinschaft. Am Franziskustag 1956 wurde sie in das Noviziat aufgenommen und erhielt ihren Schwesternnamen Sr. M. Timothea. Am 04. Oktober 1958 legte sie die zeitliche Profess ab und drei Jahre später versprach sie am Festtag des Hl. Franziskus Christus auf Lebenszeit nachzufolgen.

Nach dem Klostereintritt war Sr. Timothea zunächst in verschiedenen Gruppen mit mehrfachbehinderten Kindern in Ursberg tätig und konnte hier ihre Erfahrungen in der Kinderbetreuung einbringen. Von 1959 bis 1961 absolvierte sie die Ausbildung als Krankenschwester im ordenseigenen Krankenhaus St. Camillus. Im Anschluss nahm sie an der Weiterbildung zur Laborantin in Ludwigshafen teil. Nun war Sr. Timothea ausgebildet, um für 26 Jahre, Menschen in Tagen der Krankheit beizustehen und sie ganzheitlich zu begleiten. Sie arbeitete im Operationssaal des Ursberger Krankenhauses und war in diesem Bereich für die Narkosen zuständig. Auch hatte sie eigenverantwortlich den Laborbereich zu betreuen. Sonntags half sie in der Versorgung der Kranken auf den Stationen und setzte sich immer gerne ein, wo Hilfe im Haus notwendig war. Ihre ruhige, emphatische, freundliche und gütige Art wirkte sich sehr wohltuend auf ihr Umfeld aus, so dass sich die Menschen gerne in ihrer Gegenwart aufhielten. 1989 erfolgte ein Wechsel in ihrem Leben. Sr. Timothea betreute sechs Jahre lang ältere Menschen in der Seniorenpension in Breitbrunn am Ammersee. Danach kehrte sie mit 70 Jahren ins Mutterhaus nach Ursberg zurück. Es war ihr wichtig sich nützlich zu machen, daher half sie den Mitschwestern in der Verwaltung mit wertvollen Hilfsdiensten und übernahm von 1996 bis 2004 den Pfortendienst im Haus St. Josef.

Im Alter von 88 Jahren wechselte Sr. Timothea auf Grund zunehmender gesundheitlicher Probleme ins Haus St. Salvator. Vielseitig interessiert und mit wachem Geist führte sie dort ihr tägliches Leben. Ihre innige Verbundenheit mit Christus und ihre Glaubenstiefe verhalfen Sr. Timothea in den Tagen des Alters und der Gebrechlichkeit in Gelassenheit alles in Gottes Hände zu legen und seiner Vorsehung anzuvertrauen. Immer mehr wuchs der Wunsch in die Ewigkeit heimzugehen. Auf diese Begegnung bereitete sich Sr. Timothea bewusst und mit Freude vor, sodass der Herr sie nach einer kurzen Zeit der Krankheit, nur wenige Monate nach ihrem 100. Geburtstag, am Gedenktag der Hl. Anna, dem 26. Juli 2026, in sein himmlisches Reich heimholte.

St. Josefskongregation
Sr. M. Katharina Wildenauer
Generaloberin

Dominikus-Ringeisen-Werk
Martin Riß
Vorstandvorsitzender

Einrichtungsleitungen, Mitarbeitervertretung
Mitarbeiter, Bewohner und Beschäftigte